Elternaufklärung: Soziale Netzwerke

Mrz 18 2011 Published by under Social Security, Tips and Tricks

Früher einmal haben Kids sich gegenseitig auf dem Schulhof ausgegrenzt und herunter gemacht. Es enstanden kleine Grüppchen, es enstanden „Schulhofbanden“ bzw. „Cliquen“.
Clique ‚A‘ konnten Clique ‚B‘ nicht leiden, aus welchen Gründen auch immer. Heutzutage im Zeitalter des Internets und der (Schein-) Anonymität greifen Schüler unlängst auf andere Möglichkeiten zurück.

Hier kommen nun das Internet und seine unzähligen Portale ins Spiel. StudiVZ und SchülerVZ sind schon lange nicht mehr IN. Dies merkte ich auf einer Infoveranstaltung, welche ich für die Stadt Ludwigshafen im letzten Jahr im Rahmen des Mottos „Wir schaffen was!“ (Sozialprojekte für die Metropolregion Rhein-Neckar) hielt. Hier ging es um die Gefahren des Internet, Viren, Passwörter, Trojaner u.v.m. Auch Lehrer waren hier anwesend. Die Schüler im Alter zwischen 10 und 16 Jahren schwenkten bereits auf Facebook, ließen StudiVZ, SchülerVZ, Knuddels und andere „uncoole“ soziale Netzwerke hinter sich. Auf die Frage hin, wer denn schon einmal einen Trojaner auf dem PC hatte oder hat, bejaten dies 9 von 10 Schülern . Mit den Sicherheitseinstellungen auf Facebook wußten die Schüler je nach Alter ausreichend umzugehen. Es ist im Endeffekt vollkommen egal wie sehr man seine Sicherheitseinstellungen einschränkt, sofern man auf Facebook quasi jeden Unbekannten als „Freund“ bestätigt der die jeweiligen persönlichen Daten dann ohnehin vollständig einsehen kann. Persönliche Fotos, Aufenthaltsorte (Beispiel: „Foursquare“-Plugin für Facebook) u.v.m. werden für jeden sichtbar. Der gläserne Schüler entsteht: freie Bahn für Stalking, Hasstiraden und Ausrutscher aller Art (Beispiel: Schüler regt sich über Lehrer auf, dieser liest aber alles mit). Sie denken also an dieser Stelle, dass Ihrem Kind so etwas nicht passieren könnte? Es sei ja vernünftig und gut erzogen. Ich kann diese Aussage aufgrund Ihres natürlichen Schutzinstinktes sogar nachvollziehen. Doch wie können Sie so etwas kontrollieren bzw. nachvollziehen? Überhaupt nicht! Es ist vor allem nicht nötig und nicht angemessen. Aufmerksamkeit, sog. „Awareness“ und die Vermittlung sozialer Werte, die unsere Kinder prägen, sind hier viel wichtiger. Niemand will seinem Kind das Gefühl geben, es würde kontrolliert werden. Dies hätte eher den gegenteiligen Effekt. Vielmehr sollten Sie als Eltern sich darüber bewusst werden wie Ihre Kinder handeln, warum sie das tun und wie Sie das ganze durch Gespräche verhindern können:

– Reden Sie mit Ihren Kindern über die sozialen Netzwerke an denen sie teilnehmen
– Fragen Sie Ihre Kinder, was sie persönlich toll oder schön finden an diesen Communities
– Machen Sie sich mit „Fachbegriffen“ vertraut (Beispiel: „Auf Facebook adden“, „verlinken“ etc.); dies erreichen Sie nur mit einem offenen Gespräch.
– Fragen Sie Ihre Kinder welche Seiten im Internet gerade angesagt sind, lassen Sie sich Dinge erklären und probieren Sie sie selbst aus
– Reden Sie mit anderen Eltern über das Medium Internet und befassen Sie sich mit diesem auch wenn Sie persönlich daran wenig Interesse haben
– Sprechen Sie Ihre Kinder wertneutral auf bestimmte -Ihnen zwielichtig erscheinende- Internetseiten an. Hier geht es um „Gerüchte“ die Sie gehört haben, Seiten auf denen sich die Schüler angeblich „herumtreiben“.
Hier haben Sie keine Wahl, auch wenn Sie die gerne hätten. Ignorieren Sie das gehörte Thema, so überlassen Sie Ihr Kind seinem eigenen Schicksal und können womöglich erst eingreifen wenn es schon zu spät ist
– Leider auch wichtig geworden ist die Frage: „Wohin geht Ihr Kind in seiner Freizeit?“ – „Ich treffe mich mit ein paar Leuten“, dieser Satz ist wenig aussagekräftig. Kam Ihnen schon einmal in den Sinn, dass Ihr Kind Menschen trifft, das es auf Facebook kennengelernt hat?

Angst!? Ich wollte Ihnen mit diesem Artikel keine Angst machen. Ich wollte Sie lediglich aufscheuchen und Ihnen klar machen, dass Sie -sofern Sie wirklich Angst bekommen haben- einiges verpasst haben und die Welt nicht mehr so ist, wie sie früher einmal war. Wir sind alle vernetzt, überall und zu jeder Zeit. Smartphones (iPhone und Co.) und der ständige Preiskampf um das schnellere und billigere Internet haben uns so weit gebracht. Schlecht ist das nicht, wohl kaum. Es ist nur von Nachteil für diejenigen, die nicht mit dem Strom der Zeit gehen.

Abschließend möchte ich noch auf Gefahren hinweisen, die Sie als Eltern vielleicht noch nicht gehört haben. Es gibt einige Seiten im Internet, auf denen Schüler niemals etwas verloren haben. Hierzu zählen Imageboards wie 4chan.org oder Krautchan.net. Oder kennen Sie bereits iShareGossip.com? Schüler bzw. Kinder (!) haben hier definitiv nix verloren. Ich könnte an dieser Stelle noch eine lange Liste von Seiten aufführen, auf denen Ihre Kinder absolut nichts zu suchen haben. Es gibt Plugins für Firefox und Co., welche pornographische und anstößige Seiten wegblocken, doch seien wir mal ehrlich: Welcher Schüler ist nicht pfiffig genug diese „Sperren“ (die ja keine sind) zu umgehen? Welcher Schüler hat keinen eigenen PC? Hier hilft auch wieder nur: Reden Sie mit Ihrem Kind! Informieren Sie sich! Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Beispiel hier. Wenn Sie nicht weiter wissen, können Sie mich auch direkt anschreiben oder hier einen Kommentar hinterlassen.

Viele Internetseiten sind mittlerweile mit bösartigem Code bestückt. Dieser Code infiziert Ihren Rechner schon beim Surfen auf die jeweilige Seite mit einem Trojaner, sie werden das nicht einmal bemerken. Das heißt jetzt nicht, dass sie keine Seiten im Netz besuchen sollen 🙂 Halten Sie sich an die TOP 10 Regeln und fordern Sie es nicht unnötig heraus, machen Sie Ihren Kindern bewußt, dass das Internet kein Spielplatz ist. Hinter jedem im Internet steckt ein Mensch. Er kann böse sein, er kann gut sein. Wie im echten Leben. Nur eines ist wichtig: Die Chance auf einen bösen Menschen zu treffen ist weitaus höher als im realen Leben. Dessen muss man sich immer bewusst sein.

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